Der Berg-Ahorn im Hirschpark
Bergahorn
Seit Oktober 2020 ist unser Berg-Ahorn der 6. Nationalerbe-Baum der Republik.
Er ist ca. 270 Jahre alt und fällt auf durch seine harmonische, vollkommene Silhouette. Sein Stammumfang beträgt 5,55 Meter und er hat eine Höhe von 22 Metern. Seine Kronenbreite beträgt 36 Meter.
Der mächtige, eindrucksvolle Stamm teilt sich in einer Höhe von 2 Metern in zahlreiche Stämmlinge.
Neben der vierreihigen Lindenallee ist er ein weiteres Highlight im Hirschpark, welches uns zu jeder Jahreszeit durch sein imposantes Erscheinungsbild und seine wechselnde, leuchtende Farbigkeit erfreut. Im Frühjahr schmücken ihn gelbgrüne Blüten und im Herbst erscheint er im strahlend gelbem Gewand. Wer kennt nicht die Ahorn-Samen, die wir uns als Kinder gern auf die Nasen geklebt haben. Diese sogenannten Drehschraubenflieger können vom Mutterbaum bis zu 125 Meter weit fliegen.
Eigentlich lieben Berg-Ahorne die Kälte und sie werden im Gebirge viel älter als im Tiefland. Aber sie vertragen auch höhere Temperaturen und sind relativ klimaresistent und vorteilhaft im Klimawandel.
Im Frühling kann es bei Verletzungen und abgeschnittenen Zweigen zu „Blutungen“ kommen. Dieser Frühjahrssaft wird für Ahornsirup verwendet. Ahornblätter werden in der Volksmedizin aufgrund ihrer kühlenden, abschwellenden und wundheilenden Eigenschaften angewandt, z.B. bei Entzündungen, Blutergüssen und Insektenstichen. Die Blätter enthalten Magnesium, Eisen, Kalium sowie Gerbstoffe. Traditionell wurden sie auch zur Beruhigung, zum Ausräuchern negativer Energien oder zum Vertreiben böser Geister eingesetzt.
Das Holz war bereits in der Stein- und Bronzezeit sehr geschätzt. Heute wird es hauptsächlich von Instrumentenbauern genutzt. Wichtige Teile für Streichinstrumente, Lauten, Zittern, Gitarren, Panflöten und Fagott werden daraus gefertigt. Von den drei heimischen Ahornarten ist das Holz des Berg-Ahorn am begehrtesten. Es ist hart und gut zu bearbeiten. Vor einer Holzernte ist unser Berg-Ahorn nun durch die Ausrufung zum Nationalerbe geschützt. Stattdessen kann er jetzt weitere Jahrhunderte in Würde altern und wird dabei, zu unserer Freude, gepflegt und gesichert.
Quellen: Andreas Roloff „Nationalerbe Bäume“ / Wikipedia